Social Media Trends 2020

Optimization Geschrieben von Tiziana Tarzia

Wer kennt es nicht: Auf dem Arbeitsweg kurz online die Zeitung durchforsten, während der morgendlichen Kaffeepause ein bisschen Instagram Stories anschauen oder die Wartezeit an der Supermarktkasse mit Jobangeboten auf LinkedIn verkürzen. Die Sozialen Medien haben sich längst in unseren Alltag integriert und sind fast nicht mehr wegzudenken.

Über 90% aller Millennials (Generation Y, 25+) benutzen mindestens eine Social Media Plattform regelmässig und 85% der noch jüngeren Generationen holen Informationen über Produkte und News über Instagram, Snapchat & Co. ein.[1] Es liegt also auf der Hand, warum die grosse Mehrheit der Marketingleute und Unternehmen auf den immer schneller werdenden Social Media Zug aufspringen. Und dieser Kurs wird sich in diesem Jahr auch nicht verändern, sondern im Gegenteil viele neue Trends hervorbringen. Welche das sind und wie Unternehmen davon profitieren können, zeigen wir euch hier.

Tiziana Tarzia

Social Media Trends 2020

1. Instagram for the win

Seit Instagram 2010 in die App Stores kam, wurde es innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Hit. Weg von langen Posttexten und Dialogen mit Leuten, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hat und dafür hin zu ästhetischen «Schnappschüssen» aus dem Alltag, um eben genau den gleichen Leuten zu zeigen, wie man so lebt.

Schon nach kurzer Zeit ergänzten die Macher von Instagram neue Features und Möglichkeiten. Höchstens 15 Sekunden lang, nicht so perfekt inszeniert wie Feedposts (jedenfalls nicht auf den ersten Blick) und sehr interaktiv waren die Instagram Stories wohl einer der wichtigsten Neuerungen der letzten Jahre. Viele Unternehmen haben darum Stories in ihre Social Media Aktivitäten aufgenommen und sollten dies auch in 2020 so weiterführen. Mit der Verlagerung zu den Stories erscheint dann das Verschwinden der Like-Anzahl auch nicht mehr ganz so schlimm. Für viele, die mit Instagram-Likes Geld verdienen der absolute Horror, reagiert Facebook auf immer lauter werdende Proteste, dass sich Social Media negativ auf das Selbstwertgefühl und die Gesundheit der User auswirken könnte. Also weg mit den Likes, dafür gab es zusätzliche interaktive Sticker für die Stories, IGTV und mehr Filter und Lenses, als jemals zuvor.

Im Gegensatz zu Influencern sollten Unternehmen nicht allzu grosse Probleme mit den nicht mehr vorhandenen Likes haben, da sie sich grundsätzlich an anderen Metriken messen sollten. Reichweiten, Klicks und Conversions zum Beispiel und hochwertiger Content stehen im Vordergrund. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Budget für Werbeanzeigen auf Instagram ausgespielt werden, besonders für Instagram Story Ads.  

2. Video is king

Egal ob kurz oder lang, mit oder ohne Ton, trashy oder hochglanz: Video-Content wird auch in diesem Jahr an Relevanz zunehmen und gemäss einer Cisco Studie[2] bis 2022 sogar 82% aller Inhalte online ausmachen. Bewegtbilder ziehen die Aufmerksamkeit der User stärker an und auch wenn die Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer wird, können sie richtig produziert mehr Informationen vermitteln, als ein Bild. Somit tun sich Unternehmen gut daran, vermehrt Videos oder animierte Posts auf ihren Kanälen und Seiten zu posten. Der Trend geht sogar noch einen Schritt weiter zu interaktiven Videos. Denn seit einiger Zeit ist es nicht mehr nur auf Instagram möglich, Umfragen in Videos zu platzieren, sondern auch auf Facebook. Dies sollte dazu führen, dass sich User noch stärker mit den Inhalten auseinandersetzen und der Siegeszug von Videos weiter andauern wird.

3. VR/AR Content

Eine Welt ist längst nicht mehr genug und Virtual Reality und Augmented Reality nehmen die Welt im Sturm ein. Filter, Lenses, Games – der Kreativität sind auch hier (fast) keine Grenzen gesetzt. Bedingt durch den Erfolg und dem Bedürfnis, eigenen Content zu erschaffen, hat Facebook mit dem AR Creator Studio einen wichtigen Schritt gemacht, die neuen Features der breiten Masse zugänglich zu machen. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie er oder sie mit Hasenohren, Sommersprossen oder als Santa Claus aussieht, kann sich diesen Wunsch nun erfüllen. Diese neuen Möglichkeiten sollten Unternehmen im 2020 nutzen und ihre User aktivieren.

4. Neue (Nischen-)Plattformen holen auf

Während in der Schweiz WhatsApp, Facebook und Instagram nach wie vor die Spitzenreiter der Social Media Plattformen sind, holen international aber auch andere Plattformen auf. LinkedIn wird gerade für B2B Content immer wichtiger und die Macher arbeiten stetig daran, neue Funktionen einzuführen; vor allem im Ad-Bereich. Genaueres Targeting, mehr Möglichkeiten für Zielgruppenerstellung, neue Ad-Formate sind 2019 dazugekommen und werden wohl auch in diesem Jahr noch erweitert.

Online-Gamer weltweit zieht es nach wie vor auf Twitch, wo sie ihre Sessions streamen und Inhalte für andere User bereitstellen. Zu den (Live-)Aufnahmen wird neu auch IRL-Content (in real live) dazukommen. Das heisst, weg von Gaming-Streams und hin zu real-time Einblicken in die persönliche Welt der User und Unternehmen. Eine weitere Plattform, die in diesem Jahr an Relevanz gewinnen sollte, ist YouTube. Viele Unternehmen nutzen die Videoplattform im Moment vor allem, um ihre TV-Spots und Videos zu sammeln oder schalten Werbung, ohne einen eigenen Kanal zu führen. Je nach Branche und Firma lohnt es sich aber, 2020 mehr Zeit und Arbeit in den eigenen YouTube-Kanal zu stecken und ihn fix in die Social Media Strategie aufzunehmen, da dort eine riesige Community erreicht werden könnte, die bisher oft überschaut wird.

Und natürlich darf man TikTok nicht vergessen. 2016 wurde die Plattform in China eingeführt und hat mit 500 Mio. Usern so schnell eine riesige Community aufgebaut, wie keine andere zuvor. Weltweit nutzen über 800 Mio. User das Netzwerk, wobei 69% davon unter 25 Jahre alt sind.[3] Natürlich haben dies auch Unternehmen und Marketer entdeckt und mit neuen Ad-Formaten, Pixel, eigenem Werbeanzeigemanager und neuen Targetingoptionen wird TikTok auch 2020 besonders spannend.

5. Shop ‘til you drop

Facebook, Instagram und auch Pinterest werden international von vielen Brands und Unternehmen als wichtige Plattformen für Werbung und den Verkauf von Produkten genutzt. Seit einiger Zeit werden die Posts und Ads aber nicht mehr nur benutzt, um User auf Produkte aufmerksam zu machen oder auf einen Shop zu verlinken. Denn auch im Shopping-Bereich haben die Plattformen viele neue Features eingefügt. So können User neu direkt über den Post Produkte kaufen oder virtuelle Schaufenster anschauen und durch den verknüpften Onlineshop stöbern, was die Anzahl Klicks zum Verkaufsabschluss nochmals reduziert.

6. Influencer Marketing

Influencer Marketing sollte mittlerweile bei allen Unternehmen und Brands auf dem Schirm sein. Und wenn nicht, dann wird es 2020 höchste Zeit. Anzeichen für weiteres Wachstum dieses Bereichs gibt es viele. Die Social Media Plattformen werden überschwemmt mit immer neuen Influencern aus allen möglichen Bereichen. Agenturen, die sich nur auf die Vermittlung passender Influencer konzentrieren, dabei die Kommunikation zwischen den Parteien vereinfachen und grosse Teile der Logistik mit eigens erstellen Apps und Tools übernehmen, spriessen wie Pilze aus dem Boden. Und der Anteil des Mediabudgets, welcher für Influencer ausgegeben wird, wächst stetig.

Längst werden nicht mehr nur berühmte Persönlichkeiten als Brand Ambassadors eingesetzt, sondern zunehmend auch sogenannte Micro und Nano Influencer mit weniger Followern und dafür mehr Authentizität und niedrigeren Honoraren. International gehört Instagram sicher zu den wichtigsten Influencer-Plattformen. Doch TikTok hat das Potenzial bereits erkannt und zieht 2020 mit einem eigenen Influencer-Marktplatz nach, der direkt in die App integriert ist. Durch die eher niedrige Anzahl User im DACH-Raum könnte dies ein wichtiger Schritt für höhere Reichweiten sein. Denn über das neue Feature können interessante und passende Influencer, die mit TikTok zusammenarbeiten, ganz einfach gefunden und engagiert werden.[4]

7. Personalisiertes und lokales Targeting

Generalisierte Werbeanzeigen mit riesigen Reichweiten waren gestern; sofern man den Einschätzungen für 2020 glauben kann, werden personalisierte Anzeigen mit lokalem und engem Targeting in diesem Jahr wichtiger. Das heisst, dass Unternehmen und Marketer ihre Zielgruppen in kleinere Segmente aufteilen und die Message der Werbeanzeigen noch individueller zuschneiden sollten.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass man seine Zielgruppe(n) genaustens kennt und weiss, wie sie zu unterteilen sind. Reichen Basics wie Alter, Geografie und Geschlecht? Wie viele Interessen sollten eingeschlossen und welche ausgeschlossen werden? Mittels Testing, Geduld und Feingespür sollten im kommenden Jahr die bereits bestehenden Zielgruppen überarbeitet oder sogar neu erstellt werden, um somit die Social Media Strategie abzurunden.

8. Privatsphäre und Datenschutz stärken

Social Media Plattformen haben sowohl für User, als auch für Unternehmen und Brands viele Vorteile und gute Seiten. Diese gehen aber leider Hand in Hand mit negativen, welche in den letzten Jahren immer öfter für Schlagzeilen sorgten und Unsicherheit verbreiteten. Sorgen um die eigene Privatsphäre und Datenschutz sind zwei grosse Themen, aber auch Cyber-Mobbing oder negative Auswirkungen auf den Gemütszustand sind Probleme, denen sich die Plattformen stellen werden müssen. Direkte Massnahmen werden strengere Regeln und schärfere Normen sein, die auch auf politischer Ebene für Diskussionen sorgen können. Dies bedeutet, dass User und Unternehmen gleichermassen mit Einschränkungen und Regulierungen rechnen müssen, um die allgemeine Sicherheit zu stärken und den Sozialen Medien das zurückzugeben, was sie eigentlich ausmacht: Möglichkeiten, sich mit anderen zu vernetzen, Neues zu entdecken und Spass zu haben.

9. Conversational Commerce (CCommerce) & Kundenservice

Gefühlt jeder zweite unter 25 Jahren bekommt feuchte Hände, wenn er telefonisch eine Bestellung aufgeben oder sich in einem Geschäft beraten lassen muss. Und wenn er sich dann doch mal durchringt, hängt er in Warteschleifen fest, sucht auf der Verkaufsfläche nach einem Mitarbeiter und erhält schlussendlich doch nicht das, was er eigentlich will.

Für all jene wird 2020 zum Glück einiges einfacher, denn Online-Kundenservice und CCommerce werden an Relevanz zunehmen. Über WhatsApp, Facebook-Messenger und andere Chatbot-ähnliche Features wird es möglich sein, mit einem Brand in Kontakt zu treten, sich über genau das zu informieren, was man sucht, inkl. kurzer Wartezeiten natürlich und sogar Bestellungen abzuwickeln, ohne den Chat auch nur einmal zu verlassen. Dabei kann der User je nach Bedarf entweder mit einem Mitarbeiter oder einem Chatbot interagieren. Durch standardisierte Antworten, von simplen Angaben der Öffnungszeiten und Preisangaben bis hin zu komplexen Anfragen zu spezifischen Themen, können Chatbots vieles beantworten, so dass User 24 Stunden am Tag bedient werden können. Und sollte eine telefonische Auskunft doch unvermeidbar sein, wird man mit minimalem Aufwand zum «Anrufen»-Button geleitet.

Die obige Liste könnte sich nun beliebig erweitern lassen, denn neue Trends formen sich schnell (vergehen aber auch schnell) und tauchen oft aus dem Nichts auf. Die Macher von Facebook & Co. arbeiten unablässig daran, allen Beteiligten mehr Möglichkeiten zu geben, sich auszuleben und das Beste aus Social Media herauszuholen. Wir halten indes die Augen und Ohren für unsere Kunden offen, was sonst noch Spannendes und Neues aufkommen wird. Denn als zertifizierter Partner von Facebook erhalten wir Einblick in die neuesten Trends und Möglichkeiten, sodass wir gemeinsam mit unseren Kunden keinen Trend verpassen.

Haben Sie Fragen zur Umsetzung Ihrer Social Media Strategie, oder benötigen Sie Unterstützung? Erfahren Sie hier mehr über unsere Angebote.

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[1] https://www.entrepreneur.com/article/343863
[2] https://www.cisco.com/c/en/us/solutions/collateral/service-provider/visual-networking-index-vni/white-paper-c11-741490.html
[3] https://www.futurebiz.de/artikel/tiktok-statistiken-2019/
[4] https://www.20min.ch/finance/news/story/Werben-Influencer-bald-auf-Tik-Tok–21059594